ein Jahrtausend Thumb von Neuburg

Die Geschichte des Geschlechts der Thumb von Neuburg.

Name:
Standort: Württemberg, Germany

Samstag, Oktober 01, 2005

Köngen und die Thumb von Neuenburg

1336 Albrecht von Aichelberg erhält die Ortsherrschaft über Köngen

1382 Durch Heirat von Anna von Aichelberg mit Hans Thumb von Neuburg gelangt die Ortsherrschaft an das Geschlecht der Thumb von Neuburg.
(Die Thumbs werden 1188 als Angehörige des Dienstadels Friedrichs II. von Hohenstaufen erwähnt und hatten Güter in der Nähe von Ravensburg. Im 13. Jahrhundert führen sie das Adelsprädikat "von Neuburg" nach dem Sitz ihres Geschlechtes auf einer Burg in Vorarlberg. Um 1300 wechselt der Stammsitz in die Nähe von Chur in Graubünden, wo eine zweite "Neuburg" die Tradition der Ritter fortführte.)

1398 Anna Gräfin von Aichelberg erweitert die vorhandene Burganlage. Burg und Haus der Gräfin Anna bildeten den Kern einer Anlage, die sich im Laufe der Jahre zu einer Achtung gebietenden Befestigung ausweitete. Auf den fast meterdicken Grundmauern erhob sich ein geräumiges vierflügliges Fachwerkhaus, dessen Gebälk aus riesigen, roh behauenen Eichenstämmen bestand. Der Abfluss eines durch Quellen gespeisten künstlichen Sees füllte die drei Meter tiefen Gräben, die das Schloss ringsum schützten. Von der Dorfseite her betrat man die Burg über eine mächtige Zugbrücke. Die gesamte Anlage war von einer Mauer umgeben.

um 1430 Der Wohnsitz der Thumb von Neuburg wird aus Graubünden in das Schloss zu Köngen verlegt

29.5.1502 (Ostersonntag) Grundsteinlegung für die "Peter- und Paulskirche"
Schon im Jahre 1500 hatte der Ortsherr, Konrad Thumb von Neuburg, einen Bauvertrag mit dem Kirchenbaumeister Stephan Waid abgeschlossen. Ursprünglich sollte an die bestehende Kirche ein neuer Chor angefügt werden. Da sich der Baugrund am Hang als ungeeignet erwies, wurde beschlossen, anstelle des Choranbaus etwas oberhalb der "Peterskirche" (der "unteren Kirche") einen Chor als erste Baustufe einer neuen Kirche zu errichten.

1507 Konrad Thumb von Neuburg (1465 - 1525) wird Erbmarschall am Hofe Herzog Ulrichs von Württemberg

1515 Einweihung der "Peter- und Paulskirche" durch den Bischof von Konstanz.
Baumeister Merx aus Esslingen hatte schon 1512 (Chor und Kirchenschiff) fertiggestellt. Einen Turmbau schenkte man sich, weil die Glocken noch von der baufälligen und im Städtekrieg von 1450 beschädigten "Unteren Kirche" geläutet werden konnten.

Heimliche Bestattung des ermordeten Hans von Hutten in der Kirche

1525 Albrecht Thumb von Neuburg, ein Bruder Konrads und Probst des Ellwanger Klosters, wird Schlossherr. Die Urkunden berichten, dass er Türme, Brücken und Brunnen errichten ließ.

1534 Nach der Rückkehr Herzog Ulrichs von Württemberg werden die Gebrüder Hans Friedrich und Hans Konrad Thumb von Neuburg zusammen mit Ambrosius Blarer mit der Durchführung der Reformation südlich von Stuttgart beauftragt.

8.9.1634 Nach der vernichtenden Niederlage der protestantischen Truppen bei Nördlingen ziehen kaiserliche Soldaten "mordend, sengend und plündernd" in Köngen ein.

1666 Friedrich Albrecht Thumb von Neuburg verkauft seinen Erbteil (die Hälfte von Köngen) an das Herzogtum Württemberg. Von da an redete man von zwei Schlössern in Köngen. Im vorderen Teil waltete der herzogliche Vogt, im hinteren Teil lebte die Thumbsche Herrschaft. Eine Beschreibung aus dem Jahre 1718 schildert die Lage so: "Die zwei herrschaftlichen Schlösser sind ansehnlich und so unterschieden, dass zwei Herrschaften genug Raum haben. Jedes hat schöne Zimmer und Säle, beide seynd mit einem fischreichen Wassergraben umgeben. ... Jedes hat ein Gefängnis, schöne Gärten, Fischweiher, Zeig- und Schlaguhren ... ".

1722 Beide Ortsherren, Wilhelm Ludwig Thumb von Neuburg und Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg, stiften für den Turmbau der Peter- und Paulskirche. Noch im gleichen Jahr wird der Grundstein gelegt.
Am Eingang des 1724 fertiggestellten Turms befinden sich die Wappen der beiden Ortsherren.

14.1.1739 Wilhelm Ludwig Thumb von Neuburg, der Sohn Ludwig Friedrichs, verkauft die zweite Hälfte Köngens an den Herzog von Württemberg